31. August 2011
STULZ-PLANAQUA errichtet MBR mit innovativer Membranreinigungstechnologie (MCP)
Für die Kläranlage Hösel-Dickelsbach des Bergisch-Rheinischen Wasserverbandes (BRW) errichtet STULZ-PLANAQUA GmbH eine Membran-Belebungsanlage (MBR, 2.800 EW) mit innovativer Membranreinigungstechnologie. Das Verfahren zur mechanischen Membranreinigung (Mechanical Cleaning Process = MCP) nutzt Kunststoffgranulat als Wirbelkörper in der Airliftströmung der getauchten Membranmodule. Die Effekte sind eine Erhöhung der Filtrationsleistung (Reduzierung der nötigen Membranfläche), eine deutliche Reduzierung des Energiebedarfs und der chemischen Reinigungen.
Nach vorangegangener Variantenuntersuchung ergab sich aufgrund sehr beengter Platzverhältnisse ein kompletter Umbau der Kläranlage Hösel-Dickelsbach zum Membranbelebungsverfahren (MBR). Die vorhandene Tropfkörperanlage und das Beschickungspumpwerk werden abgerissen. Die Nachklärbecken werden zu Permeat- und Schlammstapelbehältern umgerüstet.
STULZ-PLANAQUA GmbH errichtet eine komplette Membranbelebungsanlage für 2.800 EW bestehend aus mechanischer Vorreinigung (Rechen, Sand/Fettfang), intermittierend betriebenem Nitrifikations-/Denitrifikationsbecken und 3-straßiger Membranfiltration in separaten Membranbecken. Besonderheit ist dabei die Integration des sogenannten MCP-Verfahrens (s.o.).
Bei diesem Verfahren werden Kunststoffgranulate dem belebten Schlamm zugegeben, die im Membranbecken zirkulieren und über die Crossflow-induzierte Airliftströmung durch die Membranmodulen eine mechanische Abreinigung der Deckschicht auf den Membranen bewirken. Dieser Effekt verstärkt nachhaltig die Reinigung aus der Membranüberströmung durch die reine Crossflow-Blüftung.
Neben der Verlängerung der Reinigungsintervalle können durch das MCP-Verfahren signifikant erhöhte spezifische Flussraten (+30%) realisiert werden, womit neben der Einsparung von Membranfläche (Investitionskostenvorteil) ein großes Potential zur Energieeinsparung (bis zu 35 %) beim MBR-Verfahren erreicht wird.
Der Auftragswert beläuft sich auf etwa 2,4 Mio. €, wobei STULZ-PLANAQUA GmbH für die Verfahrenstechnik, das Detailengineering, die Lieferung und Montage der gesamten Elektro- und Maschinentechnik und die Inbetriebnahme verantwortlich ist. Die Inbetriebnahme ist für Ende 2012 geplant.

